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Das Biomotorische Training – das Pferd ist sein Körper

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Das Pferd ist sein Körper – und warum wir deshalb was ändern müssen

Das Biomotorische Training ist keine Pferdeschulmethode. Es soll dem Pferdebesitzer vielmehr helfen, anhand des Bewegungsverhaltens des Pferdes, Rückschlüssen für seine Handlungen am Pferd zu ziehen. Die biomotorischen Funktionsübungen sind leicht umsetzbar, weil man den Körper des Pferdes jederzeit als Verbündeten hat und die gemeinsame Beziehung auf körperlicher Ebene vertieft wird.

Immer mehr Pferdebesitzern ist schmerzlich bewusst, wie eingebunden und eingeschränkt sich ihr Pferd bewegen muss. Vielleicht haben sie auch selbst schon beobachtet, dass der Kiefer, Genick, Hals und Rücken des Pferdes alles andere als bewegungsverliebt ist, wissen aber nicht wie das zu „beheben“ ist. Möglicherweise sind sie auch durch zahlreiche Meinungen, Ansichten, Ratschläge  und Methoden verunsichert worden, was eigentlich der richtige Weg für den Körper des Pferdes ist und ob ein Pferdekörper überhaupt geritten werden kann.

Die Zeichen des Pferdekörpers – sein Bewegungsprofil

Der Pferdekörper lügt nicht. Und wenn wir aufmerksam sind, erkennen wir seine Zeichen. Der Teilnehmer des Biomotorischen Trainings möchte deshalb wissen, wie der Pferdekörper mit uns kommuniziert, wie wir ihn unterstützen können, welche Warnzeichen er uns gibt, mit seinen sichtbaren Bewegungseinschränkungen und unsichtbaren Konflikten im Körper.

Das Pferd muss nichts zeigen, kann aber alles zeigen

In diesem Biomotorischen Seminar sehen Sie welche Vorbedingungen das Pferd braucht, um sich gesund zu bewegen. Wie der Bewegungsapparat, Gelenke, Sehnen und Muskeln in ihrer ursprünglichen Funktionsweise gestärkt und entbunden werden müssen, damit das System des Pferdekörpers nicht schon vor seinem eigenen Gewicht kapituliert.

Erlernen kann man das nicht, aber verstehen – mit viel Verständnis für die bewegungstechnischen Belange des Pferdes. Wir schulen Ihren Blick, damit sie in Zukunft Bewegungseinschränkungen beim Pferd immer besser selbst erkennen können und Sie erleben wie eine Bewegungsentwicklung aussieht, die sich an die Vorschläge der Natur hält.

Mit dem Biomotorischen Training können wir Ihnen einen Leitfaden an die Hand geben, der ihnen zeigt was für die Mensch-Pferd Beziehung in der Funktionsweise des Pferdekörpers bedeutungsvoll ist, aber auch, wie sie mit Kiefer, Genick, Hals und Rücken des Pferdes richtig umgehen müssen. Gerade diese Körperteile des Pferdes benötigen eine äußerst sensible Umgangsweise damit sich der übrige Körper entfalten kann, das Pferd seine eigenen Bewegungserfahrungen machen kann und sich keine Bewegungseinschränkungen einschleichen.

Man kann sich in den Körper des Pferdes vertiefen

Sie erfahren wie einfach man das Verhalten der Natur, unter optimalsten Bedingungen „kopieren“ und in den Pferdealltag einbauen kann. In diesem „Sinn“ kann man das Biomotorische Training sehr wohl als „Dolmetscher“ zwischen Pferdekörper und Mensch sehen. Wenn Sie den Bewegungsapparat des Pferdes regelmäßig mit Bewegungsübungen schulen (reiterliche Übungen können das nicht ersetzen) kann das Pferd problemlos und mit viel Freude am gemeinsamen Tun die Last ihres Körpers tragen – und das ohne ständige Kommandos und Kontrolle am eigenen Körper.

Das Biomotorische Training hat ganz absichtlich eine nicht-wissenschaftliche, spielerische Tonart, die es für jeden – auch z.B. für Kinder einfach umsetzbar macht. An diesem Seminartag tauchen Sie völlig in die Sichtweise des Körpers ein. Wer sich aber in die Wissenschaftlichen Hintergründe vertiefen möchte, dem können wir die Webseite zum Weiterlesen ans Herz legen oder die Teilnahme an den vertiefenden Seminarelementen.

Was bewirken die Biomotorischen Funktionsübungen?

Was wir in den biomotorischen Funktionsübungen mit dem Pferd tun werden, ist wahrscheinlich für sie ganz anders, als das was sie bisher erfahren haben, aber es ist eine Entdeckungsreise in das eigene Wesen der Anordnung des Skeletts und seiner daraus entstehenden Bewegungen. Und die einzige Art um die Biomotorik beim Pferd oder bei sich selbst kennen zu lernen, ist sie zu erleben und zu erfahren.

Die motorischen und biomotorischen Ziele

  • Verbesserung der Gelenksituation im gesamten Körper durch geringere Belastungen, beispielsweise durch eine Auf- und Ausrichtung der Wirbelkette und optimalen Funktionsabläufe
  • Herstellung der Regulierungsmöglichkeit des Muskeltonus bei den vielfältigen Funktionsabläufen(dadurch unmittelbar eine deutliche Verbesserung der Belastungssituation der Wirbelkette)
  • Ausgleich von den muskulären Dysbalancen in allen vier Muskelschichten, die sonst automatisch zu Fehlhaltungen und Fehlbelastungen führen
  • Verbesserung der Kontraktions- und Dehnfähigkeit der Muskulatur, also der Elastizität von Muskeln, Bändern und Sehnen – dadurch fallen die Einbindungen der Sehnen in einem vom Körper gesteuerten Entwicklungsprozess weg
  • Der Fokus auf die „innere“ – die organische Bewegung bis auf die Zellebene

Vieles im Biomotorischen Training ist ein hin- und hineinführen in die bisher oft ungenutzten Bewegungsverknüpfungen des Körpers. Das, und ein weiteres besonderes Merkmal der biomotorischen Begleitung ist die sehr enge körperliche Verbindung zum Pferd, die es unentbehrlich macht bis hin zum Biomotorischen Reiten, einem Reiten, dem alle körperlichen Vernetzungen des Pferdes zur Verfügung stehen  und deshalb so leicht und unbeschwert in allen „klassischen“ Elemente der Reiterei hineinfließt.

Natürliche Anregungen für den Pferdekörper

Obwohl die biomotorischen Funktionsübungen und die Sensopathie dem Pferd so ursprüngliche, komplexe und  vielfältige Anreize zum funktionellen Muskelaufbau geben, kommen sie immer dem natürlichen Bewegungs-und Spieldrang des Pferdes nach. Weitere Ziele in dieser Phase sind eine Verbesserung der Koordination, Bewegungsfähigkeit und Ausdauer, bei dem das Pferd aus sich selbst heraus, aus innerer Motivation und Neugier, aktiv wird. Auch im „Sinn“ eines „sinnvoll“ regulierten Atemhaushaltes.

Und sogar bis hin zu einem funktionell an den Pferdekörper angepassten Reiten, bei dem sich das Pferde weiter entwickeln und entfalten kann.

Die Schwerpunkte sind der sensible Umgang mit:

  • Der Halsmuskelaufbau des Pferdes in allen vier Schichten
  • Die Kieferentspannung beim Pferd
  • Die Genickentlastung des Pferdes
  • Der „echte“ aufgewölbte Rücken

Warum müssen wir umdenken?

Weil man die Funktionsweisen des Pferdekörpers nicht „erziehen“ kann. Der Mensch zwingt das Pferd gern in einer bestimmten Form zu laufen und das zu tun, was wir ihm sagen. Das geht sogar so weit, dass das Pferd gar nicht mehr weiß, wie es sich bewegen soll. Aber wenn es das dann nicht  mehr beherrscht, helfen wir ihm nicht etwa verständnisvoll seinen Körper besser zu gebrauchen, sondern entschuldigen uns für sein Ungehorsam und schlechtes Bewegungsverhalten.

Aber – im Sinne des Pferdekörpers muss in seinem ganzen Körpersystem die bestmögliche „Ordnung“ herrschen. Alle Abweichungen bringen einen Konflikt im Pferdekörper – die in letzter Instanz Bewegungseinschränkungen für das Pferd bedeuten. Diese Konflikte sind nicht immer von außen sichtbar – viele spielen sich erstmal in den Organen ab, wie zum Beispiel in den Atemorganen. Aber irgendwann werden alle inneren Konfliktsituationen auch nach außen, in der äußeren Muskelschicht sichtbar.

Damit wir als Menschen verstehen, dass wir mit dem ganzen Körpersystem des Pferdes „zusammenarbeiten müssen“ ist es unsere Pflicht die Körperfunktionen des Pferdes ernst zu nehmen und uns an den Regeln seines Körpers zu orientieren. Wenn Sie eine harmonische Beziehung zu ihrem Pferd möchten, sollten sie sich so gut wie möglich über DEN KÖRPER informieren, den sie sich MITEINANDER TEILEN.

Das Pferd funktioniert im Sinne des Menschen, ist aber nicht funktionell im Sinne des Pferdekörpers.

Der Mensch weiß oft nicht wie sich ein Pferd bewegt, wenn es gesund ist, und sich bewegen muss, damit es gesund bleiben kann. Das Paradoxe daran ist, dass das der Mensch es noch nicht mal merkt, wenn er gegen den Körper des Pferdes „arbeitet“  – ganz einfach weil er sich an die Bilder eines festgehaltenen Pferdes gewöhnt hat, und er zusätzlich damit beschäftigt ist, das Pferd permanent und ständig zu kontrollieren.

Warum raten wir ihnen sich zuerst ihren Körper in seiner Funktionsweise zu verstehen?

Der Mensch und das Pferd haben eine Menge Gemeinsamkeiten. Mit der vorangehenden Körperschulung – die deshalb Voraussetzung zum Biomotorischen Training ist, bekommen Sie die Möglichkeit, sich intensiv mit den Funktionsabläufen IHRES Körpers zu beschäftigen um diese Erkenntnisse in ihren Pferdealltag und in das Reiten einfließen zu lassen.

 

 

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