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Unerkannte Bahnen

Versteckte Leitungssysteme in unserem Körper,…
Ein anatomisches Teilgebiet, in dem in den letzten Jahren gleich mehrere neue Strukturen entdeckt wurden, sind die Leitungssystem unseres Körpers – die Bahnen und Verbindungswege, über die Gewebe und Organe mit verschiedensten Substanzen versorgt werden. Weil diese Netzwerke bei der Präparation von Geweben meist zerstört werden, blieben sie jahrhundertelang unerkannt.
Astrozyten
Die Fortsätze der Astrozyten (braun) umschließen die Blutgefäße des Gehirns. Doch zwischen beiden existiert ein Freiraum, der als Ableitungssystem fungiert (hier noch nicht eingezeichnet).
© Ben Brahim Mohammed/ CC-by-sa 3.0
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*****Abwasserkanäle in unserem Gehirn*****
Eines dieser neuentdeckten Leitungssysteme sitzt in unserem Gehirn. Lange dachte man, dass die Abfallstoffe unseres Denkorgans passiv mit dem Hirnwasser entsorgt werden. Sie diffundieren mit ihm in die Hirnvenen und werden dann mit dem Blut abtransportiert – so die Lehrmeinung. Doch 2012 entdeckten Maiken Nedergaard von der University of Rochester und ihr Team, dass es im Gehirn doch ein ganzes Netz von Lymphbahnen gibt – das glymphatische System.
Gebildet werden diese Kanäle durch die Ausläufer neuronaler Stützzellen, Astrozyten, die sich um die Hirnarterien winden. Dadurch entsteht um die Adern ein Hohlraum, über den die Hirnflüssigkeit aktiv aus dem Hirngewebe gepumpt und in die Adern gepresst wird. „Das ist ein hydraulisches System. Wenn man es öffnet, wird es unterbrochen und funktioniert nicht mehr“, erklärt Nedergaard. Deshalb haben sie und ihr Team diese aktive Abwasserentsorgung des Gehirns erst entdeckt, als sie die Gehirne lebender Mäuse mit der Zwei-Photonen-Mikroskopie untersuchten. Diese machte den Fluss des mit einem Kontrastmittel markierten Hirnwassers sichtbar.
Ebenfalls im Schädel haben Mediziner der Harvard University im Jahr 2018 feine Knochenkanälchen entdeckt. Diese ziehen vom Mark des Schädelknochens bis an die harte Hirnhaut und bilden offenbar eine Abkürzung für ins Gehirn einwandernde Immunzellen. „Offenbar haben sie eine ganz andere Rolle als gewöhnliche Gefäße“, erklärt Mathias Nahrendorf. „Sie scheinen als direkte Leitungen für die Kommunikation zwischen dem zentralen Nervensystem und dem Knochenmark zu dienen.“
Nadja Podbregar – Scinexx
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Wenn Muskeln verschwinden…
So gibt es einige Muskeln in unserem Bauplan, die bei einigen Menschen vorkommen, bei anderen dagegen nicht. Dazu gehört der Musculus palmaris longus, ein dünner Muskelstrang an der Vorderseite unsers Unterarms. Er hilft dabei, das Handgelenk zu beugen. Ist dieser Muskel vorhanden, tritt seine Sehne beim Abknicken der geschlossenen Faust nach innen an der Handgelenksinnenseite mittig hervor. Doch bei rund 13 Prozent der Menschen fehlt dieser Muskel komplett, andere haben ihn nur in einem ihrer beiden Unterarme.
Ein weiteres Beispiel ist der Musculus plantaris an der Rückseite unserer Unterschenkel. Dieser bei der Beinbeugung aktive Muskel ist bei Affen und Halbaffen noch sehr kräftig ausgebildet.
Bei Menschenaffen und uns Menschen sind von ihm aber nur noch eine kleine Muskelpartie in Knienähe und eine lange bis zur Ferse ziehende Sehne übrig. Etwa zehn Prozent aller Menschen haben diesen Muskel gar nicht mehr. Das könnte dafür sprechen, dass der Plantarismuskel vielleicht beim Klettern wichtig war, für den aufrechten Gang unser menschliches Bewegungsrepertoire aber weitgehend überflüssig ist – deshalb beginnt die Natur ihn einzusparen.
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