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Wenn Muskeln auf die Nerven gehen

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Viele Pferde haben ein gutes Körpergefühl für die Nutzung der außen liegenden Muskulatur, können also die Anforderungen und Wünsche an bestimmte Bewegungsmuster des Menschen gut umsetzen. Das innerliche Wahrnehmen von Muskelbewegungen und das eigene Begreifen von Bewegungen (Eigenwahrnehmung – Biomotorik) wird in der Reitausbildung nicht vermittelt. Im Gegenteil – manchmal ist es schwer verständlich, das es noch andere Informationsgeber außer den Muskeln geben soll – zu sehr hat sich ist die ausschließliche Nutzung des peripheren Nervensystems in unseren täglichen Gebrauch eingebürgert.

Aber der Körper des Pferdes hat zwei große bedeutende Signalwege –  da ist einmal das Gehirn mit seinem dazugehörigen Rückenmark (ZNS – Biomotorik) und dann die Peripherie des Körpers – das Gelenk-Kapsel-Band-Sehnen-Muskel System (PNS – Biomechanik). Da die Eigenwahrnehmung von koordinierter Muskelbewegung, je älter das Pferd wird, sowieso abnimmt, wird die Biomotorik notwendiger Bestandteil des motorischen Lernens des Pferdes. Durch das Biomotorische Training wird das Um- oder Neulernen von Bewegungsabläufen vom Menschen unterstützt bis das höchste Ziel, die optimale Koordination des ganzen Köpers, erreicht ist.

Nerven statt Muskeln – Biomotorik statt Biomechanik

Motorische Funktionen – also Bewegungen, entstehen durch die Kontrolle und die Koordination der miteinander verschalteten Ebenen der Signalwege. Dabei sind der zugehörige Muskel-Sehnenkomplex und die bindegewebigen Gelenksstrukturen zwar der anatomische Standort der Sensoren, werden aber durch das zentrale neuronale Netzwerk des Zentralnervensystems geleitet, damit die Gelenke diese Belastung dauerhaft schadlos überstehen.  Sie koordiniert Bewegungsleistung, indem Muskeln zum korrekten Zeitpunkt aktiv werden und über den erforderlichen Zeitraum angepasste Kraft entwickeln und versorgt somit den ganzen restlichen Körper netzartig  mit Informationen.

Das Gelenk-Kapsel-Band-Sehnen-Muskel System also die Bestandteile des Körpers außer Gehirn und Rückenmark die in der Biomechanik angesprochen werden,  sind äußerst unzuverlässlich. Dieses periphere System ist völlig unökonomisch tätig. Dabei ist sie ist sehr leicht von „außen“ veränderbar, formbar und verformbar – denn dieses Körperprinzip gehört zur Willkürlichen Motorik. Also diesem Anteil der Motorik, bei dem die Wahrnehmung und die Weiterleitung von Sinneseindrücken dem Willen und dem Bewusstsein des Lebewesens unterworfen sind. Leider kann der Körper nicht unterscheiden, wem der „Wille“ gehört, dem er sich mit seinen Funktionen unterwirft. Und das aus gutem Grund – nur so, war und ist gewährleistet, dass sich das Pferd evolutionär anpassen und verändern kann. Genau diesen Umstand aber, hat sich der Mensch  beim Pferd zu Eigen gemacht.

Denn die Abstimmung aller Organe und Gewebe untereinander unterliegen eigentlich einer ausgeklügelten Funktionsweise des Körpers und sind sehr störanfällig. Sie demonstrieren uns nicht zuletzt die bestehende „Einheit“ des Körpers. Verantwortlich für diese „Einheit“  ist das zentrale Nervensystem (ZNS) mit seinen „Ansprechpartnern“ im Gehirn und Rückenmark – das Zentrum der Biomotorik. Durch eine sehr enge, müheloseZusammenarbeit der beiden Signalwege wird im Körper eine blitzschnelle Verbindung von Signalen und Informationen geschaffen, die aber immer dem „Filter“ des Zentralnervensystems unterliegen.

Dieser angeborene „Filter“ lässt keine Überforderung und Schädigung des Körpers zu. Die Filterfunktion des Zentralnervensystems ist sehr „scharf“ eingestellt. Wie sehr sich eine Schädigung des Zentralnervensystems auswirken kann, merken wir beispielsweise bei einer Querschnittslähmung. Aber nicht nur Verletzungen behindern das Rückenmark, alle Beeinträchtigungen (Zäumung – Druckpunkt im Genick)hindern das zentrale Nervensystem an seiner wichtigen, vorgeschalteten Arbeit.

Die zwei großen Signalwege im Körper des Pferdes

Indem man allerdings die Muskeln direkt anspricht, trainiert und stärkt (Biomechanik), umgeht man das zentrale Nervensystem. Und sie ahnen es wahrscheinlich schon – genau das ist die Unterscheidung der Biomechanik und der Biomotorik. Mit der Motorik der ausschließlich geprägten Biomechanik umgeht man die Eigenwahrnehmung des Körpers.

Die Biomotorik dagegen muss, da es unter anderem zur Feinregulierung und als „Filter“ von schädigenden Bewegungen funktioniert, mit der Biomechanik genau aufeinander abgestimmt zusammenarbeiten können, damit auch alle Organe empfangen ständig biomotorische Signale empfangen können. Die Wirkung im Körper hängt deshalb vom Verhältnis dieser beiden Systeme ab. Welcher Einfluss möglicherweise gerade überwiegt, können wir an den Bewegungsabläufen im Körper ablesen, denn der Körper ist nur dann im Einklang, wenn alle Nerven UNBESCHÄDIGT funktionieren können und er mit seiner Eigenwahrnehmung sich immer wieder selbst reflektieren kann.

Für den Körper müssen diese Bewegungsanreize absichtslos und spielerisch ankommen, denn jeden bewussten, willentlichen Bewegungsanreiz nehmen sofort die Peripheren Nerven (Biomechanik) an und leiten sie ohne die Filterfunktion des zentralen Nervensystems direkt zu den Muskeln weiter.

Die Biomechanik

Die Willkürmotorik (Biomechanik) ist beeinflussbar. Ob vom Körper selber oder von „außen“ – es ist die BEWUSSTE KONTROLLE über die Körperfunktionen und Bewegungen des Körpers. Sobald eine deutliche Gewichtung der Biomechanik entsteht – also eines der Signalwege des Körpers – wird der andere Signalweg (die Biomotorik) gehemmt. Es ist eine Frage der Anreize, die der Körper erfährt, ob er sich Biomechanisch oder Biomotorisch ausprägt. Spreche ich nur die Muskeln an, wird der Biomechanische Signalweg im Körper vorherrschen und den Körper danach ausprägen. Sogar die Atmung lässt sich von den bewussten, dem Willen unterliegenden Bewegungen beeinflussen. Auch die Aktivität des Organismus ist davon abhängig, denn die Organismusaktivität steigt und fällt und ist abhängig von den Bewegungsanreizen – die ein rein Biomechanisch „gearbeitetes“ Pferd nicht mehr wahrnehmen kann. Es ist damit dem Willen des Menschen unterworfen – seine eigene Wahrnehmung (Biomotorik) wird gehemmt und tritt immer mehr in den Hintergrund.

Aber die Evolution macht nichts ohne Hintergedanken, immerhin arbeitet sie immer nach dem Prinzip „der Zweck heiligt die Mittel“ – so auch die Biomechanik. Sie hat es eingerichtet das der Bewegungsprozess der Biomechanik  bewusst und willkürlich abläuft, damit er durch Abwägen und Entscheidungsmöglichkeiten bestimmt werden kann. Dadurch kann das Signalsystem der Biomechanik leicht von  mechanischen Reizen der Umwelt beeinflusst  werden(siehe Kellerassel). Diese Art von Bewegungen basieren auf Willensbewegungen, die abhängig von einer Situation oder der Umwelt sind und somit auch einen unterschiedlichen, sehr variablen Verlauf im Körper nehmen können – bis hin zur Überbelastung – da die Filterfunktion des Gehirns nicht daran beteiligt ist.

Biomechanische Bewegungen beruhen auf Motiven, Handlungsabsichten, Zielsetzungen, dem Entschluss oder Willensimpuls, der biomechanischen Bewegungsplanung, der Handlungsausführung, der Wahrnehmung der Art der Ausführung und der Bewertung des Erreichten. Alles redet quasi in die Bewegung des Pferdes rein (vor allem der Mensch)– aus unterschiedlichen Beweggründen, wie man sieht. Nimmt der Mensch allerdings technische Hilfsmittel zur „Hilfe“ wird aus dem „reinreden“ in die Bewegung, eine Beeinflussung und sogar Manipulation, bei der das Pferd durch die „Hilfe“ des Menschen und die Kontrolle seine eigene Bewegung verliert.

Die Eigenwahrnehmung des Pferdekörpers ist dadurch gehemmt und ausgebremst, und bei einer langanhaltenden oder massiven Beeinflussung kommt die Eigenwahrnehmung des Pferdes sogar zum erliegen. Der Pferdekörper unterliegt so der absoluten Kontrolle des Menschen. Der Körper läuft nun Amok – alle Organismusfunktionen,  die von der Eigenwahrnehmung des Zentralen Nervensystems abhängig sind, sind jetzt fremdgesteuert.  „Zuwiderhandlungen“ und Widerstände des Pferdes, das sich anfangs gegen die Fremdsteuerung wehrt, werden dann gerne mit Sperrriemen und mechanischen Veränderungen, und Beeinflussungen des Genicks (der wichtige Informationsübergang zwischen Gehirn und Körper)im Keim erstickt. http://monika-und-roland-pausch.com/der-mensch-verfuegt-am…/

Dagegen die Biomotorik…

Die Biomotorische Bewegung dagegen ist die Bewegung des Pferdes. Das Biomotorische Training zeigt dem Pferd was es selbst tun kann. Diese „echte“ Hilfe des Menschen führt das Pferd zu selbstständigen Bewegungen, und es braucht dazu unsere „Hilfe“, um aus engen, einschränkenden Mustern herauszufinden.  Hin zu den individuellen und eigenen Bewegungen des Pferdes. Und da gibt es auch kein gut oder schlecht und keine Bewertung.

In seinen Biomotorischen Bewegungen sieht man, wie das Pferd gelebt hat. Hat es viele neuronale Bewegungsanreize bekommen, viele Bewegungsvielfalte. War sein Kopf in den Kopfgelenken frei beweglich, damit die neuronalen Signalwege den Informationsfluss ungehindert an die Gliedmaßen weitergeben können. Konnte es seine angeborenen Fähigkeiten durch seine Primitivreflexe aktivieren und hat es seinen Körper ausprobieren und mit allen Sinnen begreifen können..

…oder konnte es nur reduzierte, immer gleichbleibende Bewegungen ausführen. Tagein – tagaus in der Box stehen, kleine, eingeschränkte Bewegungen – die gegen den Körper gehen. Und wenn Bewegung, dann mit der Bremse der Zäumung auf dem Kopf – den Druck und Schmerz eines zwingenden Kopfgestells im Nacken oder Knoten am Kopf – ein Gebiss, von dem es kein Entkommen gibt, weil die feststehenden Ringe es „ruhig“ am „Platz“ betonieren. Mit dem Zwang der Zügel, die den Kopf mit Hilfe des Gebisses in einer Position bewahren und die Schultern unbeweglich machen, und Beinen die schmerzen, weil die Gelenke aus „der Bahn“ gerissen werden.

Empfinden Sie das dramatisch? – es ist leider die Biomechanische Realität. Alle auf den Muskel – also auf die Biomechanik – geprägten Trainings, sind eine eine Willkürmotorik. Sie führen das Pferd in äußerst enge Bewegungsmuster. Durch solche Muster hat das Pferd immer weniger Bewegungsmöglichkeiten, wird unbeweglicher – aber  damit auch immer kontrollierbarer für den Menschen. Je gespannter, der Muskel desto unsensibler kommen die Muskelinformationen an. Wenn man nur den Muskel trainiert, trainiert man die Unsensibilität – und bei andauernder Fehlhaltungen der Muskeln verformt sich das Skelett.

Das Prinzip der Verformung

Das Prinzip der Verformung ist ein sehr einfacher Mechanismus im Körper. Ob das Pferd geht, steht, frisst oder sich bewegt – die Körperposition des Pferdes passt sich immer wieder ganz fein der Schwerkraft an.  Diese Bewegung ist also abhängig von den Umgebungsanreizen.  Ähnlich wie bei einer Pflanze(die sich nicht wegbewegen kann) wird auch beim Pferd das an einer freien Bewegung gehindert wird, die Wachstumsbewegungen durch die Anreize der Umwelt bestimmt. Krümmungen und Schiefen entstehen wie bei einer Pflanze durch ungleichmäßige Bewegungen und damit ungleichmäßiges Bewegungswachstum. Während sich die Pflanze krümmt, weil sie auf der Oberseite stärker wächst als auf der Unterseite verändert sich beim Pferd die Lateralbewegung. Je neuronal komplexer ein Körpersystem aufgebaut ist – wie zum Beispiel beim Pferd, desto mehr ist die Bewegungsentwicklung von den Sinnen und ihren Anreizungen abhängig.

Die Kellerassel

Die Kellerassel hat eine der einfachsten Arten der Bewegung  Sie ist ein sehr einfacher Mechanismus im Körper. Diese Bewegung ist – da die Sinne von der Kellerassel eher unterentwickelt sind! – abhängig von den Umgebungsanreizen. Durch die Umweltanreize des Kellers, also eines feuchten Klimas, werden sie beweglicher. Aber auch diese einfachste der Bewegungen wird durch Nervenanreizungen im Körper ausgelöst – denn ist die Kellerassel in einem trockenen Raum, wird sie unbeweglich. Auch das „einfach“ verschaltete Nervensystem, das heißt die Aktivität ihres Organismus steigt oder fällt und ist abhängig von einem Umgebungsreiz.

 

Auch die Bewegungsmechanismen des Pferdes sind in erster Linie von Umweltanreizen abhängig. Sonst hätte sich das Pferd evolutionär nicht verändern und an seine Umgebung anpassen können. Deshalb wirkt auch in der Natur jede eintönige, gleichbleibende Bewegung beeinflussend und hemmend auf die unwillkürliche Motorik, auf die Sinne und damit auf die Wahrnehmung des Pferdes. Das ist ein ganz wichtiger Prozess im Pferdekörper – der dem Pferd das Überleben gesichert hat.  Durch die ökologische Anpassung an die Umweltbedingungen wird der Organismus,  sein Energielevel und seine Motorik quasi „runtergefahren“ – wie etwa in Hungerperioden oder durch Bewegungsmangel, da der hohe Energielevel nicht „ernährt“ werden könnte.

Der Pferdekörper eignet sich dabei „Gewohnheiten“ an, die nicht mehr durch die im Versorgungsunterhalt „aufwendigen“ Sinne „gefüttert“ werden müssen. Sobald aber das Pferd in Gewohnheiten „gefangen“ ist, ist der Organismus nicht mehr frei beweglich und die Eigenwahrnehmung fährt runter. Den „Energiesparmodus“ des Körpers können wir auch bei Pferden in der freien Natur beobachten.

Auch diesen biologischen Umstand macht sich der Mensch beim Pferd zunutze. Er fährt – durch Gewohnheiten, Wiederholungen, Bewegungsmangel, Konditionierungen und Beeinflussungen der Sinne –  die Eigenwahrnehmung des Pferdes runter. Das Pferd wird leichter manipulierbar und somit abhängig von der Kontrolle des Menschen. Rein genetisch bedingt ist das – durch den sehr ausgeprägten Herdenunterwerfungscharakter -nicht unbedingt ein Drama für das Pferd.

Für den Pferdekörper dagegen schon, denn er befindet sich ja in seinem von den Umweltanreizen abhängigen, runtergefahrenen Energiesparmodus – ähnlich wie die Kellerassel im trockenen Keller und der Pflanze. Und ähnlich wie bei der Pflanze können durch einseitige geprägte Informationen des Körpers auch einseitige „Wachstumshemmungen“ entstehen.

Wie das Pferd eine Bewegung biomechanisch oder biomotorisch ausführt

Das Biomechanische erlernen von Bewegungen ist also viel eher ein operantes Konditionieren (das Pferd erlernt ein bestimmtes Bewegungsverhalten, weil es dafür vom Menschen eine positive Verstärkung bekommt – wie zum Beispiel das Belohnungs-Strafe-System beim Nachgeben der Hand)- ob und wie gut das wirklich funktioniert, hängt damit absolut von den Fähigkeiten des Reiters ab. Kann die erwartete Belohnung der Hand – also das Nachgeben nicht erfolgen(weil zum Beispiel der Körper des Reiters grobmotorisch reagiert – oder weil man sich auf mechanische Hilfsmittel verlässt) kommt das beim Pferd als außerordentliche, für das Pferd unverständliche Strafe an. In das Kontrollsystem des Menschen sollte das Pferd eigentlich nur kommen dürfen, wenn der Mensch seine Kontrolle auch verantwortungsvoll übernehmen kann. Übrigens muss auch vom Menschen mit der sogenannten „Freiheit“ des Pferdes – wie zum Beispiel am langen Zügel oder Gebisslos – äußerst verantwortungsvoll umgegangen werden können.

Für den Körper müssen aber beide Signalwege in einen möglichst perfekten Zusammenhang gebracht werden. Es müssen die Signale der Gliedmaßen der Augen-Sinnes-Nackenmuskulatur in Zusammenarbeit gebracht werden. Auf diese Weise transformiert der Körper einen Bewegungswunsch, auf den der Körper dann auch reagieren kann. Die „Erkenntnis“ – die Wahrnehmung beeinflusst die Art der Handlung – denken Sie bzw. an das Ergreifen eines Briefbeschwerers im Vergleich zum Griff nach einem Ei.

Beim Pferd würde sich das bzw. bei einem Seitengang folgendermaßen auswirken. Ein Pferd, das „von außen“ über Muskeln darauf „trainiert“ wurde,  einen Seitengang zu reiten – ist biomotorisch darauf nicht eingestellt. Eigentlich läuft in seiner Wahrnehmung weiter geradeaus, wird aber vom Menschen für den Seitengang „verbogen“. Für einen „korrekten“ d.h. für den Körper nicht schädlichen Seitengang muss der ganze Körper es als Seitengang wahrnehmen können. Das heißt, der Pferdekörper muss die Seitwärtsbewegung auf seine Weise erkunden. Es muss dabei seine Augen frei beweglich positionieren können(Gleichgewichtssinn), die Kopfgelenke und entsprechend den Körper.

Durch die Eigenwahrnehmung findet der Körper immer neue Informationsquellen. Etwa wenn der Pferdekörper unbewusst „bemerkt“ , wie sich seine Bewegung als Folge einer  vielleicht aufgerichteteren Kopfbewegung verändert und verbessert. Seine Eigenwahrnehmung liefert wichtige Hinweise auf die Qualität seiner Bewegung, und so kann der Körper „lernen“. Im Vergleich dazu die „Zwangshaltung“ der Zügel, die über die Zäumung einen unkontrollierten Druck auf das Genick ausüben, und das Pferd in eine „verbogene“ Seitwärtsbewegung hineinzwingen. Eine Wiederholung dieser „erzwungenen“ Aktion schwächt die Wahrnehmung  immer mehr und damit die Qualität der Bewegung genauso fortlaufend.

Das Fazit der Biomotorik

Der Körper muss sich mit seinen Sinnen selber begreifen können. Das heißt, die Biomotorik verlangt, keinerlei Eingriff in ihre Eigenwahrnehmung. Das wiederum bedeutet für das Pferd, keine Beeinflussung durch Zäumungen oder festsitzende Gebisse, keine bewusst hergestellten Stellungen und Haltungen und kein Eingriff in den Rhythmus und in die angeborenen Fähigkeiten des Pferdes.

Im BewegungsLernen bedeutet das zum Beispiel den angeborenen Fluchtreflex des Pferdes nicht bremsen, hemmen oder unterbinden sondern vorher in eine Interaktion mit dem Menschen , umleiten, die nur durch eine sehr starke tief gehende Verbindung und Verständnis der Körper möglich ist.

 

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