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Nie zuvor gab es so viele Methoden, Lehren, Therapien etc. um mit dem Pferd umzugehen oder ihm zu „helfen“. Meiner Meinung nach ist das darauf zurückzuführen, dass sich der Mensch ein neues Verhältnis zum Pferd wünscht und deshalb neuartige Wege ausprobiert um aus den selber schon erlebten autoritären und dominanten Strukturen der Reiterei auszubrechen. Es ist ein Versuch, es anders zu machen und aus meiner Sicht grundsätzlich positiv.

NEULICH IM REITSTALL

Die alten, meist militärisch angehauchten Reitlehren und ihre vielfältigen Methoden und „Ableger“ haben sich, wenn man den Körper des Pferdes in den Mittelpunkt stellen möchte, als wenig hilfreich, ja sogar als destruktiv erwiesen. Bei fast allen Ausführungen wird schnell deutlich, dass das Pferd nicht nur massiv in der Autonomie seiner Bewegungen eingeschränkt wird, sondern auch in seiner Persönlichkeit verletzt wird. Zwischen den Zeilen kommt eine immer wiederkehrende Grundbotschaft beim Pferd an: „ich will, dass du meinen Körper wahrst, dein Körper jedoch hat keine Bedeutung für mich“.

Der Mensch schwankt so zwischen dem Wunsch, seine Liebe zum Pferd in Form von Fürsorglichkeit auszudrücken, und der Frage wie weit man seine eigenen Wünsche und Vorstellungen, vielleicht um das Pferd zu reiten, ausüben kann. Deshalb – viel zu oft ordnen wir nach Symptomen, klassifizieren Verhaltensmerkmale und interpretieren Störungen, um dann endlich bei „genauer“ Diagnose eine Methode oder Therapien zu (er)finden, um das Pferd so zu behandeln, dass es möglichst schnell wieder passgerecht für unsere Welt wird.

EHRLICH VERBUNDEN?

Sicher bekommen die Pferde Aufmerksamkeit und Zuwendung, aber es fehlt ihnen an körperlicher Führung und Orientierung und an einem klaren Vorbild. Denn tausende von Fragen, die sich der Mensch stellt um seinem Pferd gerecht zu werden, halten ihn genauso davon ab, die Bedürfnisse des Pferdes wahrzunehmen. So erhält das Pferd vom Menschen keine brauchbaren Antworten, weder auf der emotionalen noch auf der Handlungsebene. Oft ist für das Pferd nicht erkennbar, was der Mensch eigentlich will und welche Position er vertritt. Dieser Mangel an Sicherheit und echtem Vertrauen verunsichert das Pferd.

Auch meine Beobachtungen, die ich durch die letzen Jahre gemacht habe, zeigt deutlich, dass überall da, wo Pferde Widerstand zeigen, oder das verlangte nicht ausführen können, einfach frustriert sind, weil sie vom Menschen nicht verstanden werden. Denn ein Pferd, in einer so engen Beziehung, wie zum Menschen, zeigt weder Widerstand, noch verweigert es sich. Warum sollte es sowas tun? Das genetische Herdenverhalten mit seiner engmaschigen Hierarchie in seinem Kopf verbietet es ihm. Wenn das Pferd etwas nicht kann, oder nicht ausführt, sind das ernst zu nehmende Signale seines Körpers, für die ein physischer Grund besteht.

Die nonverbalen Signale, die uns das Pferd mit seinem Körper zeigt, sollten vom Menschen wahrgenommen werden, und nicht damit überdeckt werden, dass man Bewegungsabläufe einstudiert. Durch den biomotorischen Austausch versteht man sehr schnell, dass die Vorstellung, die körperlichen Defizite des Pferdes allein durch Schulungsmaßnahmen zu beseitigen völlig unrealistisch ist.

Ob man dabei das Pferd reitet oder etwas vom „Boden“ aus macht ist dabei fast egal. Denn bei allen Schulungsmaßnahmen werden dem Pferd weiterhin Verhaltensregeln aufgestellt und sie vielleicht  noch mit Formgebenden Mitteln eindrucksvoll und unwidersprechlich im Körper des Pferdes manifestiert und die Übertretung dieser „Regeln“ sogar noch mit Strafen belegt. Strafen für was? Denn was das Pferd dabei lernt, ist, dass es beim Menschen gehorsam sein muss und sich darin üben soll, das zu tun, was der Mensch von ihm verlangt.

So erscheint es geradezu paradox, wenn der Mensch der sein Pferd sonst voller Fürsorge betreut, die Vorschriften und Regeln einer Reitlehre wichtiger nimmt als die Signale seines Pferdes. Wenn sich das Pferd mit gekrümmter Wirbelkette bewegen soll, bei der sich die Wirbel an Wirbel berühren. Oder unkontrolliert Muskeln gestärkt werden, die sich wie ein einengendes Muskelkorsett auf die Bewegungen auswirken. Oder wenn das Pferd in einer Endlosschleife Bewegungen ausführen muss, die gegen den Körper gehen und alles im Pferd danach schreit, es nicht zu tun…

KÖRPERLICHEN SIGNALE DES PFERDES ENTDECKEN

Das Biomotorische Training macht aufmerksam auf  die Aussagen und Bedürfnisse des Pferdekörpers und auf die Zusammenhänge zwischen Symptomen und Ursache die oft nicht gedeutet und damit übersehen werden. Im MONTAGSTRAINING können Sie das Biomotorische Training und die rumpforientierte Wirkung in „Natura“ anschauen, erleben und entdecken. Und Sie verstehen, die vom Pferd notwendigen, und von den Reitrichtungen unabhängigen Signale des Pferdes immer besser.

DER KÖRPER DES PFERDES ZEIGT UNS WAS ALLES NICHT FUNKTIONIERT!

Warum der Pferdekörper nur rumpforientiert funktionieren kann, und wie sich die Abwege und Umwege im Körper auswirken können, sehen wir beim Montagstraining. Und all diese Signale – und sogar Schmerzen sind nicht unsere Feinde. Sie sind Signale des Pferdekörpers, die uns auf ein reales oder potenzielles Problem aufmerksam machen. Der Pferdekörper sagt uns damit: wenn du so weitermachst, wird es zu Schäden kommen.

Ein Zeichenlehrer sagte einmal: „Man fange niemals mit einem Detail an, sondern immer mit dem Ganzen. Die Mängel einer Zeichnung kommen in allen Fällen daher, dass der Körper nicht systematisch aufgebaut wird. Man muss lernen, erst den Körper in seiner Hauptbewegung zu erfassen und die durchlaufende Bewegung festzuhalten. Der Körper bildet in Haltung und in Bewegung eine S-Kurve – und je bestimmter, ausgesprochener und energischer man dies Bewegung anlegt, umso klarer wird auch die Durchführung sein“. W. Tank 1963

DAS ZIEL DES BIOMOTORISCHEN TRAININGS

Bei mechanischen Störungen der Wirbel durch langanhaltende Beugung oder Streckung, durch Seitneigung und dazu vielleicht noch der Drehung der Wirbel wird die Bewegungsenergie nicht vom Bändersystem und den Muskeln aufgefangen, sondern an die Wirbelkette weitergegeben. Das Ziel: verändern Sie die funktionellen Gegebenheiten des Bändersystems der Wirbelkette, entzerren Sie damit die einzelnen Wirbel und entlasten den Pferdekörper damit in seiner Ganzheit und Funktionalität.

Wollen Sie das Biomotorische Training kennenlernen und auch für sich und ihr Pferd nutzen? In den sogenannten „Montagstrainings“ haben Sie die Möglichkeit dazu.