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Überlegungen zum „Montagstraining“

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Früher habe ich sorgfältig jede Handlung der Teilnehmer des Biomotorischen Trainings kommentiert, die dann in den Biomotorischen Trainings ein „Lehrmeisterpferd“ selber „in der Hand hatten“. So konnte man verbessernde Unterweisungen wie z.B. „Schaue deine Handinnenflächen an – das ist die offene Hand“ oder „entspanne dich in der Schulter, in der du die Gerte hast“ etc. hören. Innerhalb kürzester Zeit war der Teilnehmer überaus beschäftigt mit zehn Gedanken zu dem, was er „besser“  machen soll, und mit sechszehn Gedanken zu dem, was er lassen sollte.

Auch gab ich den Teilnehmern regelmäßig sanfte Anweisungen, indem ich ihnen erklärte, was im Pferd vorging. Die Teilnehmer gaben sich gewiss alle Mühe, meine Anweisungen zu befolgen – trotz „Prüfungsangst“, trotz „Vorführung vor anderen Leuten“ und trotz fremden Pferdes und unbekannter Handlungen. Eine Verbesserung der Handlungsausführung war eigentlich schon da sehr zweifelhaft, aber immerhin waren die Teilnehmer sehr beeindruckt von meiner sorgfältigen Beobachtung und den guten Tipps.

Wenn ich mir die Teilnehmer aber genau anschaute, verrieten die meisten Augen zwar eine wilde Entschlossenheit alles über die Biomotorik zu lernen, aber die Muskeln um den Mund herum waren angespannt, und die Schultern und Unterarmmuskeln so verspannt, dass eine fließende Bewegung und eine Verbindung zum Pferd unmöglich war. Ich fand die Erkenntnis interessant, und habe lange darüber nachgedacht, dass meine verbalen Anweisungen die Wahrscheinlichkeit sogar noch zu verringern schienen, die gewünschte „Verbesserung“ zu erreichen.

Ich musste mir die Frage stellen, warum so viele Teilnehmer so eine unangenehme Verspannung und Anspannung erlebten –  bei Bewegungen, die so gar nicht schwierig sind – im Gegenteil, eigentlich kinderleicht auszuführen. Aber was immer in ihren Köpfen vorgegangen war, es waren einfach viel zu viel neue Informationen! Sie waren derart fixiert darauf das Pferd so zu führen, wie ich es gesagt hatte, dass sie sich gar nicht mehr auf das Pferd konzentrieren konnten.

DIE VERBINDUNG ZUM PFERD IST DAS WICHTIGSTE

Deshalb war die Erkenntnis für mich ein noch härterer Schlag, das die Teilnehmer gar keine Kapazität mehr frei hatten um sich mit dem Pferd zu verbinden, geschweige denn die Signale des Pferdes zu „hören“. Seitdem können sich die Teilnehmer im „Montagstraining“ eine bildliche Vorstellung des Biomotorischen Trainings machen, bei der ich die Pferde übernehme und Roland Sensopathie macht. Und der Erfolg gibt uns Recht!

VISUALISIEREN SIE DIE BILDER DES BIOMOTORISCHEN TRAININGS
Es ist für ihr Gehirn etwas anderes, ob sie Handlungsabläufe oder Bewegungen visualisieren oder ob Sie sie selbst ausführen. Bei der Handlungsausführung landen sie fast automatisch in der Willkürmotorik, bei den visualisierten Handlungsabläufen setzt dagegen ihr Gehirn einen „Film“ im Gehirn zusammen, der sich nicht nur aus dem Ist-Zustand ihres Körpers zusammenfügt, sondern aus dem gesamten Möglichkeitspotenzial des Körpers, dem fast keine Grenzen gesetzt sind.

An mehreren Pferden machen sich die Teilnehmer nun ein inneres Bild von der Wirkung des Biomotorischen Trainings und beobachten die viel wichtigeren Signale des Pferdes, seine Individualität, seine Bewegungseinschränkungen, seine körperliche Funktionalität und sehen mir genau zu. Die einfachen Übungen des Trainings können sie zu Hause nachvollziehen und bei ihrem Pferd auf ihre eigene Art und Weise interpretieren. Sie überlegen nicht, was ich tat, sondern versuchen es einfach. So bleibt der Mensch für sein Pferd immer authentisch – auch im körperlichen Prozess des Biomotorischen Trainings, das der Mensch nun souverän beginnen kann.

Die Teilnehmer nehmen genau das mit und auf, was sie auch umsetzen können. Zeigen ist in dem Fall besser als erklären, zu viele Anweisungen sind schlechter als gar keine und angestrengtes Bemühen zeigt beim Pferd immer negative Ergebnisse. Und für die, die vor der einfachen Handlungsausführung des Biomotorischen Trainings erst alles verstehen wollen, gibt es ein Handbuch zum Nachlesen.

„Der Mensch ist zwar ein denkendes Wesen, aber seine schönsten Künste werden dann vollbracht, wenn er nicht denkt – wenn er intuitiv handelt.
„Kindlichkeit“ muss nach langen Jahren der Übung in der Kunst des Sich-selbst-Vergessens erst wiedererlangt werden. Voll bei der Sache, völlig selbstvergessen, mühelos, frei von Bewegungseinschränkungen, Hemmungen, Warnungen, Zweifeln, Kontrollmechanismen – in solchen Momenten fließen Bewegungen ruhig wie ein Fluss – eben genauso wie ein Kind spielt.

Das BewegungsLernen – aus Körper wird Bewegung

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