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Von der Wirbelkette geht alles aus – deshalb ist die Wirbelkette des Pferdes auch das unumstrittene Highlight  im Biomotorischen Training. Als zentrale Achse des Pferdekörpers stellt die Wirbelkette eine sehr flexible, funktionelle Einheit aus den verschiedensten Bauteilen – den Wirbeln dar. Von ihr gehen die Steuerimpulse an die Muskulatur des Rumpfes und der Extremitäten aus. Die Schaltzentralen für die Gliedmaßen liegen dabei im Genick und im Lendenbereich. Dazwischen entscheidet sich was unten „gespielt“ wird. Deshalb sollte dieser Bereich beim Pferd immer beschwerdefrei, ohne Einschränkungen und Einbindungen und gut beweglich sein.

Betreuung und Pflege der Wirbelkette

Nur eine gut funktionierende Lendenwirbelkette, ein frei bewegliches Genick und ein sehr gut entwickeltes Muskelkorsett um die gesamte Wirbelkette, bietet die größtmögliche Sicherheit vor Schäden der Wirbelkette – vor allem weil sie ja beim Reiten mit einem großen Gewicht belastet wird. Aber die einwandfreie Funktion der Wirbelkette schützt auch vor Schäden die die Gliedmaßen betreffen, wie eingebundene Schultern, und verkehrt rum arbeitende Hintergliedmaßen.

Selbstredend sind deshalb auch der Umfang und der Ausdruck der Gänge von der Wirbelkette abhängig. Wünschenswert ist deshalb eine regelmäßige Betreuung und Pflege der Wirbelkette, wie es im Biomotorischen Training der Fall ist.

Wie verletzbar die „ungepflegte“ Wirbelkette ist, kann man an den meisten Pferden beobachten. Das Interessante dabei ist, das die Entwicklungs- und Verschleißschäden bei gerittenen und ungerittenen Pferden gleichermaßen zu beobachten sind. Die Folgen von Bewegungsmangel und einer schwachen oder falsch ausgebildeten Rückenmuskulatur ist bei beiden Arten der „Nutzung“ zu sehen – der Grund dafür ist das  belastete Genick und der stabilisierte Lendenbereich des Pferdes, die eine oft hochgradige Muskelverspannung neben der Wirbelkette hervorrufen.

Ein weiterer Grund ist die vom Reiter künstlich auferlegte Schiefe, durch ein „Stellen“ in den Wirbeln, viel zu frühen Seitengängen und eine permanente Wirbelbelastung durch die Hände des Reiters. Während dabei in der konventionellen Reiterei die Wirbel vor allem dem Druck der nach hinten gerichteten Negativ-Bewegung ausgesetzt sind, sind die Wirbel in der Gebisslos-Reiterei den Menschenhänden schonungslos ausgeliefert, da meist kein schützendes Muskelkorsett aufgebaut wurde.

Der Grund für eine „Kettenreaktion“ in den Wirbeln liegt darin, dass die benachbarten Wirbel die ausfallende Funktion des geschädigten oder „gestellten“ Bereiches übernehmen müssen und dadurch selbst zum Problem werden können. Die oft krampfartige Muskelspannung die neben der Wirbelkette, aber vor allem im Lendenbereich über den Iliosakralgelenken ertastet werden kann, dient uns immer als Hinweis auf eine entsprechende Überbelastung.

Strecken statt Dehnen

Die Betreuung der Wirbelkette im Biomotorischen Training ist deshalb global, d.h. die betroffenen Wirbel werden entlastet, und dadurch mehr Raum für die Nervenwurzeln gewonnen. Der bestehende Reiz an den Nervenwurzeln wird gedämpft und im selben Moment durch die „Streckung“ in den Wirbeln eine Lockerung der umgebenden Muskeln erzielt. Das durch die Primitivreflexe eingeleitete „Beckenöffnen“ bewirkt eine sofortige „krampflösende“ Wirkung.

Die Lockerung der verspannten Muskulatur hat zur Folge, dass der Druck auf die kleinen Wirbelgelenke, die Facettengelenke der Wirbelkörper abnimmt und diese nicht in ihrer Fehlstellung festgehalten werden. Durch die Muskellockerung werden auch die Bandscheiben druckentlastet. Ein inaktives Dehnen der sowieso angespannten Muskulatur wäre kontraproduktiv und würde die festgestellten Wirbel noch untätiger machen.

Im Biomotorischen Training ist des deshalb wichtig durch die biomotorischen Übungen die tiefergelegenen kurzen Muskeln und das Sehnenkorsett zu erreichen, die die einzelnen Wirbelkörper bewegen. Dadurch erreichen wir eine „Druckminderung“ für die Bandscheiben, die sich rasch regenerieren und ihre „Stoßdämpferfunktion“ wieder einnehmen können. Deshalb müssen vor allem die tiefergelegenen Muskeln (autochthonen Muskeln) gelockert werden, damit sich der Tonus des gesamten Körper in eine normale Grundspannung begibt.

Aktive Regeneration der Muskeln

Viele Therapien bringen zwar einen sehr guten kurzzeitigen Erfolg, da aber die hohe Spannung und Verkürzung der Muskeln neben der Wirbelkette nicht global mitbehandelt wird, ist das der Grund dafür, das die weiterhin verkürzten Muskeln den oder die Wirbel wieder in die Fehlstellung zurückziehen. Durch eine Kombination der Verfahren mit dem  Biomotorischen Training dagegen kann eine hervorragende, anhaltende Wirkung erzielt werden, und erfüllt für das Pferd einen den ganzen Körper umfassenden „Sinn“.

Denn die eigentliche aufbauende und regenerierende Wirkung des Biomotorischen Trainings ist der innere Entwicklungsprozess, der im Pferdekörper eingeleitet wird und die Organe und Körpersysteme betrifft und „sinnvoll“ mitnimmt. Das ist extrem wichtig, denn so kann das Biomotorische Training neben dem Auflösen von Bewegungseinschränkungen, Fehlfunktionen bzw. Fehlregulierungen das Pferd in eine aktive Regeneration bringen, und auf dieser Basis den weiteren Muskelaufbau auf einem Muskeltonus in einer gesunderhaltenden Grundspannung halten.

Das Biomotorische Training können Sie in den sogenannten Montagstrainings erlernen. Das„Monatstraining“
Beim „Montagstraining“ geht es einen ganzen Tag lang um die Praxis vom Biomotorisches Training. Um „Learning by Doing“ oderzuschauen und dabei lernen auf was es ankommt“, je nach dem, wie man am besten lernt. Wobei das Zuschauen gerne zu Unrecht verkannt wird, weil man nicht abgelenkt, den Kern des Biomotorischen Trainings beobachten kann um es dann in aller Ruhe zu Hause mit dem Pferd nachzuvollziehen.

Jedenfalls ist das Biomotorische Training mit oder ohne Pferd, um zu erlernen die Pferde in ihren Biomotorischen Entwicklungsstufen zu beobachten, zum Zuschauen, Mitmachen, Mit-Lernen. Kennen-Lernen, Verfeinern, Wahrnehmung verbessern, usw usw.
Das „Montagstraining“ kann man als Zuschauer € 100,– oder als Mit-Macher mit Pferd € 120,– nutzen (das Pferd bekommt ein Biomotorisches Training seiner Entwicklungsstufe entsprechend, inkl. Sensopathie). Da die Mit-Mach Plätze äußerst begrenzt sind, bitte frühzeitig anmelden.

Für alles was sie mit dem Pferd tun, ist ihr eigener Körper das wertvollste Instrument und „Hilfsmittel“.
Die 2-tägigen Intensiv-Körperschulungen für den Menschen stellen dafür die Basis her:

  1. und 13. Januar in Morschach bei Luzern
    26. und 27. Januar bei Münster
    02. und 03. Februar in Würzburg
    16. und 17. Februar in Linz/Österreich
    02. und 03. März bei München
    16. und 17. März in Bremen

Die Fortbildung

Das Verständnis für diese Zusammenhänge des Körpers in der Bewegung ist auch das Leitmotiv in unseren Fortbildungen. Alles hängt zusammen, alles reagiert miteinander – so zieht zum Beispiel jedes eingebundene Gelenk und jeder funktionseingeschränkte Wirbel eine ganze Kettenreaktion nach sich. Seit vielen Jahren beschäftigen wir uns mit Bewegung, Bewegungseinschränkungen und den funktionellen Störungen die beim Menschen und beim Pferd in der Bewegung entstehen können und wie man den Körper in eine aktive Regeneration führen kann.
Nächstes Jahr beginnen gleich drei achtteilige Fortbildungen der Bewegungsausbildung in:
Deutschland Süd
Deutschland Mitte
und in der Schweiz
Wenn Sie an weiteren Informationen per email interessiert sind, können Sie sich gerne unter info@bbewegungsausbildung.de bei uns melden.
Unsere Webseite www.bewegungslernen.com