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Der elegante Reitersitz

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Das Hauptanliegen des eleganten Reitersitzes ist die Platzierung des menschlichen Körpers auf dem Pferd – also WIE der Menschenkörper auf dem Pferd Platz nimmt. Die Eleganz des Reiters auf dem Pferd entsteht aus der Koordination der Körperfunktionen und lässt daraus die unverwechselbare Reiterpersönlichkeit entstehen.

Diese Möglichkeiten hat jeder in seinem Körper. Eine „Erleichterung“ beim Sitzen – eine falsche, suggerierte Sicherheit und Bequemlichkeit, oder eine Figur, die nicht Veranlagung oder Geburtsrecht hat, ist für den eleganten Reitersitz nicht entscheidend, sondern die Platzierung ihres Körpers, die Wirkung und der Ausdruck. Es ist eine Folge von Körperkoordinationen die durch die richtige Ausrichtung der Körperteile entstehen. Und mit der man das wunderbare Gefühl bekommt, sich auf dem Pferd eleganter zu bewegen.

WELCHE VORTEILE HAT DER ELEGANTE REITERSITZ ALS REITERSITZFORM?

Eleganz kommt von „elegantia“ („Gewähltheit in der Kommunikation“ – Gewandtheit, Anmut und Kultivierung von Bewegung) und bedeutet die Feinheit im Unterscheiden und Klarheit. Das gefällt mir sehr gut, denn mit der optimalen Platzierung unseres Körpers auf dem Pferdekörper wählen wir immer und zu jeder Zeit die elegante Biomechanik unseres Körpers und mit der Biomotorik die Feinmotorik für die unbelastete Verständigung mit dem Pferd aus, und natürlich damit die verständliche Klarheit unserer Bewegungen.

EINFACH „DRAUFHOCKEN“ GILT NICHT

Der elegante Reitersitz kann überall eingenommen werden, denn er ist immer wieder die Ausgangsbasis für übereinstimmende Körperbewegungen mit dem Pferd. Besonders wichtig ist er im Gelände, bei dem das Reiten ja oft aus langen belastenden Schrittfolgen besteht – natürlich als Grundlage für jedes Reithallenreiten und vor allem bei einem Turnier, bei dem die Präsentation und nicht mehr die Ausbildung des Pferdes im Vordergrund stehen sollte.

Hat man einmal erfahren, welche Möglichkeiten man durch das Placement, das im Brustkorb entsteht, in seinem Körper entfalten kann, wird man diese Form des Reitersitzes nicht mehr missen wollen, die deshalb so schnell zur zweiten Natur des Menschen wird, weil sie allen angeborenen Bewegungsmöglichkeiten anspricht. Das entstehende Muskel- und Sehnenspiel ist verantwortlich für den „kleinen“ Unterschied mit großer Wirkung (auf das Pferd und auf den eigenen Körper!)

Während viele Reitersitze im verkürzten Zustand des Körpers ansetzen und dann diese weiter durch Muskeln kräftigen, setzt der elegante Reitersitz auf die vielfältige Verbindung von Sehnen und Muskeln, die damit einen enormen Bewegungsspielraum bekommen und sich durch sanfte Bewegungen selber immer weiter kräftigen.

WER FAST NICHTS BRAUCHT, HAT ALLES

Der elegante Reitersitz kommt  als sehr reduzierter Sitz aus, der in jedem Moment auf die Verständigung und die Verbindung mit dem Pferd abzielt. Und der dazu keine „Hilfsmittel“ benötigt. Denn mit jedem Hilfsmittel konzentriert sich der Körper auf dessen Einsatz und nicht mehr auf die Möglichkeiten im Körper.

Deshalb ist die Verbindungsunterstützung zum Pferd in dieser Reitersitzform ein einfach gebrochenes Gebiss mit großen Ringen und unbedingt ohne Kieferzuhaltende Riemen. Denn die Feinmotorik des Reiters ist das beste Verständigungsmittel, das, mit der nötigen Feinheit in den Fingern, die Bewegungsareale im Gehirn des Pferdes berühren kann.

Außerdem ist diese Gebissform (das Biomotorische Gebiss gilt als „Nicht-Gebiss“)  – als biomotorisches Gebiss bekannt, notwendig für die Genickentlastung des Pferdes (das Pferd kann sich selber die Genickentlastung geben) und für die Aktivierung der Zunge und des Zungenbein, dessen feine Justierung – und das wird leider oft vergessen – sich mit der Last des Reiters ändert(dient also im wahrsten Sinne des Wortes, als Zünglein an der Waage für den Pferdekörper).

KEINE NORM – NICHTS HOFFEN, NICHTS BEFÜRCHTEN, NICHTS ERWARTEN – DAS IST ÜBEREINSTIMMUNG MIT DEM PFERD

Natürlich sind reiterliche Übungen schön, aber sie dürfen keine Maßeinheit für Übungen werden, die das Pferd nach unseren Regeln absolvieren muss. Reiten wird bestimmt durch den Gesamteindruck, die Ausstrahlung der beiden Körper und dazu gehört ganz unbestreitbar die Eleganz des Reiters. Erst der Körper des Reiters führt das Pferd zu einer gemeinsamen Einheit. Sie reiten durch den Umgang mit ihrem Körper, durch eine unnachahmlich lässige Ruheposition ihres Körpers, und durch das geschmeidige Auf- und Ausrichten und den Fluss ihrer Bewegungen.

Statt dass Sie ihren Körper einer anstrengenden Norm anpassen, können Sie sich doch um die Koordinationsfunktionen ihres Körpers kümmern. Und statt Kraftaufbau um sich mit dem Pferd auseinanderzusetzen, entwickeln sie lieber  eine geschmeidige Muskulatur. Denn wenn wir uns mit dem Pferdekörper „unterhalten“ können, wen interessieren dann einstudierte Techniken? Außerdem – beide Körper – Pferd und Mensch unterliegen biologischen Naturgesetzen, die auch beim Reiten nicht außer Kraft zu setzen sind.

Erst wenn ihr ganzer Körper völlig ausbalanciert ist, können eine kleine Geste, ein Druck ihrer Finger oder eine winzige Verlagerung ihres Körpers, auch das Pferd erreichen. Eine Bewegung wird aber nur dann wirklich geschmeidig und ausdrucksvoll, wenn die Ausgangsposition ihres Körpers wirklich stimmt. Das ist im Grunde wichtiger als die Bewegung selbst, weil die ganze Ausführung davon abhängt.

Ihr eigenes verändertes Körpergefühl wird sich auf die Platzierung ihres Körpers – ihr Placement und natürlich auf ihre Bewegungen übertragen. Unbewusst, ohne Anstrengung und Konzentration. Anstrengung wäre sogar hinderlich, denn ihr Körperausdruck gerät dann viel zu leicht verkrampft, gekünstelt oder mit Spannung – was das Pferd automatisch falsch versteht. Also wird die „Ausgangsposition“ des Körpers im Grunde viel wichtiger als die Bewegungen, die er ausführt.

DIE ELEGANTE ANATOMIE DES KÖRPERS…

In der Körperschulung für den Reiter und den Menschen erlernen Sie, wie sie sich von ihren einbindenden Gliedmaßen wie zum Beispiel von der festgezurrten oder nach vorne gerichteten Schulter verabschieden können, von der einschränkenden Hüfte-voraus Bewegung und dem Kopflastig vorgeneigten Kopf.

 

Weder im Hohlkreuz oder im Rundrücken hängend, noch auf der Hüfte sitzend können Sie sich zu einer Reiterpersönlichkeit entwickeln, die einen wirklich eleganten Sitz hat. Nur mit der richtigen Aktivität des Beckens, einer Ruheposition der Hände, die aus der Schulter kommt geht das. Und mit dem wunderbaren Koordinationsaustausch der Beine, die ganz entspannt in ihrer „Fassung“ in der Hüfte liegen und vom  Becken sanft geschaukelt werden. (übrigens eine Wohltat für die Hüftgelenke)

Und da kommt das Bändersystem ihrer Wirbelkette ins Spiel, die zusammen mit der Auflösung von Bewegungseinschränkung, und mit der Genick- und Kreuzentlastung, die Kernstücke der Körperschulung sind. Aus der Entfaltung der befreiten Bewegungsmöglichkeiten und der dynamisch aktiven Skelettmuskulatur entsteht der elegante, biomotorische Reitersitz –und  eine vollkommen unangestrengte Platzierung des Körpers auf dem Pferd, die das ausgeprägte Bändersystem der Wirbelkette als Ausgangsbasis braucht.

DIE OPTIMALE AUSGANGSPOSITION IHRES KÖRPERS KÖNNEN SIE IN DER KÖRPERSCHULUNG ERLERNEN…

…aber das Entscheidende ist, das sie selbst das Gefühl dafür bekommen, richtig zu sitzen – denn sobald sie das Gefühl dafür haben, erkennen Sie selber sofort, wann sie ihre Körperkoordination verfeinern müssen und ihre einbindenden Bewegungsmuster durch „neue“ angeborene Bewegungsideen ersetzen müssen. Sie werden merken wenn, Atlas und Axis überlastet sind, weil  die Hauptlast der Kopf übernehmen muss und ihr Rippenkorb dem Druck des geneigten Kopfes nach unten ausweicht.

Sie werden selber unangenehm feststellen, dass viele Muskeln des Halses überdehnt werden,  wenn die Schädelbasis nicht nach hinten oben ausgerichtet ist, wenn die Muskeln ihrer Schultern verkürzt sind und die Rippen zusammenkleben. Genauso wie sie selber beobachten werden, wenn ihre gesamte Beckenmuskulatur nicht mehr unabhängig voneinander bewegt werden kann, und das Becken lebendig erhalten kann, wenn sie ihr „Kreuz“ festmachen,

Aus rein funktionellen Gründen muss sich das Becken vor-und zurück bewegen können und sich dabei das Becken von der Wirbelkette entfernen können um die Stöße, die vom Pferd kommen, ausgleichen zu können. Damit ihre Hände feinmotorisch bis in die Fingerspitzen sind, müssen sich die Schulterblätter von Rippenkorb lösen können und brauchen die frei entbundene  und zugleich den ganzen Körper stabilisierende Auf-und Ab-Bewegung der Rippen.

Wie gesagt, sie werden nach kurzer Zeit sehr viele Veränderungen in ihrem Körper, in ihrem Bewegungsverhalten und in ihrem Körperausdruck bemerken. Ihr Pferd dagegen wird den Effekt ihrer Körperkoordination sofort spüren – und damit werden auch die Bewegungen ihres Pferdes weicher und fließender – und laden wiederum Sie zu einem entspannten, lächelnden Sitzen auf ihrem Pferd ein.

DER PASSENDE SATTEL

So, und jetzt brauchen  Sie nur noch einen Sattel, der sie den eleganten Reitersitz auch einnehmen lässt. In einem Tiefsitzer-Sattel wird ihnen das nicht gelingen – und auch nicht, wenn die Steigbügelaufhängung nicht in ihrem Schwerpunkt hängt. Eine große Sitzfläche dagegen lässt dem Becken genug Freiraum und wenn die Steigbügel in ihrem Schwerpunkt sind, können ihre Beine auch lässig am Pferd herunterfallen.
Auch wenn im Moment eher andere Sättel in großer Stückzahl angeboten werden – aber wie immer bestimmt die Nachfrage das Angebot.

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