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Das Biomotorische Training ist das Bindeglied zwischen ihrem Körper und dem Körper des Pferdes

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Ein Umgang mit dem Pferd, der nicht nur die Beziehung verfestigt, sondern auch die körperlichen Entwicklungsprozesse des Pferdes in den Mittelpunkt stellt, trägt zu einer vertrauensvollen Atmosphäre bei und ist gleichzeitig die Grundlage für eine Reiterei, die weder den Körper des Menschen noch des Pferdes langfristig schädigt.

Pferde nicht in Systeme pressen

Leider kann man deutlich beobachten, das traditionelle, aber auch moderne Ausbildungssysteme den Fokus in erster Linie auf das Verhalten legen und das Pferd augenscheinlich als eine Art „biomechanische, weiche Maschine“ sehen. Der mechanistische Blickwinkel der Reiterei – wie nützlich er in gewissen Zeiten auch gewesen sein mag, hat die Beziehung zum Pferd zu einer sachlichen, reittechnisch geprägten Formung gebracht, die ohne eine eigene Bewegungsentwicklung und ohne lebendige Bewegungserfahrungen des Pferdes auskommt. Die Pferde sollen sich auf bestimmte Weise bewegen und ihren Körper an die Vorstellungen des Menschen anpassen.

Die Vernachlässigung der Eigenwahrnehmung und die Durchsetzung eigener Interessen konzentrieren sich ausschließlich auf ein körperliches Auswendiglernen, in der für die Vermittlung der körperlichen Eigenwahrnehmung kaum Raum übrig bleibt. Ein Einheitsprogramm,  das aber ohne Rücksicht auf Verluste, und ohne die Beachtung der feinen Signale des Pferdes durch die Sinneswahrnehmungen des Pferdes pflügt, und die einzelnen Teile des Pferdekörpers bearbeitet, zwingt dem Körper eine künstliche, muskuläre Ausprägung seines Körpers auf. Eine bewusste „Kultivierung“ der feinen Sinneswahrnehmung des Pferdes dagegen bewahrt das Pferd vor folgenreichen Bewegungsschäden.

Alle „Beziehungen“ zum Pferd, welche die biologische Körperlichkeit nicht berücksichtigen, hemmen behindern oder stören die Bewegungsentwicklung des Pferdes

Deshalb bedarf es zurzeit weniger weiterer Methoden, die zu neuen Anwendungen bereits bestehender Techniken führen, auch nicht die Zurschaustellung von Fähigkeiten besonderer Menschen, sondern um ein Verständnis, das  über die Grenzen der Konzepte der isolierten Muskel und der daraus folgenden Konsequenzen für das Pferd hinaus geht, die entstehen, wenn Strukturen zu schnell belastet und in eine Bewegung gezwungen werden.

Das Biomotorische Training ist der Abschied von der klassischen „Pferdeerziehung“

Im Biomotorischen Training ist es entscheidend, die biologischen Körpermöglichkeiten und die körperlichen Bedürfnisse des Pferdes  in den Mittelpunkt der Gemeinsamkeit mit dem Menschen zu stellen. Es geht um eine – im wahrsten Sinne des Wortes – tragfähige Beziehung zum Pferd, die auf einer sicheren Verbindung aufbaut, und auch das genetisch angelegte Verhalten des Pferdes berücksichtigt. Denn das Pferd ist ein dynamisch geprägtes Lebewesen das in der Bewegung lebt, es steckt in einem Körper, der aus seinen Sinnen heraus wachsen, selber lernen und reifen muss und sich deshalb mit seinen überaus hoch entwickelten, sensiblen Sinnen selber wahrnehmen muss.

Biomotorik bedeutet, als Mensch die Signale des Pferdes wahrzunehmen, sie im „Sinne“ des Pferdes zu interpretieren und das Bedürfnis des Pferdes dann angemessen befriedigen

Wenn Sie das Pferd wieder in seine Eigenwahrnehmung hineinführen möchten, geht es also nicht darum, das Pferd in ein bestimmtes ideologisches Haltungsmuster hineinzupressen, das die bereits bestehenden Spannungen verstärkt, sondern das Pferd in den biologischen Möglichkeiten seines Körpers zu unterstützt und den Pferdekörper so freizulegt , damit es aus seinen Mustern herauswachsen und neue, eigene Bewegungsentdeckungen machen kann.

Wenn wir wollen, das das Pferd Bewegungen lernt, ist die Erziehung zum Gehorsam nicht zielführend

Das ist, was das Pferd braucht, um sich gut zu entwickeln und es ihm möglich macht seine individuellen Potenziale und Fähigkeiten zu entfalten. Und somit kann man das Bewegungslernen  auf einen einfachen Nenner bringen: Bewegungen müssen bei Pferd und Mensch durch den ganzen Körper gehen können. Dazu müssen die Muskeln in einer Art Zusammenarbeit miteinander verbunden sein, damit sie dem Skelett genug „Freiheit“ geben sich in seiner biologischen Ausrichtung bewegen zu können, denn nur dann ist dem Körper gewährleistet, dass der eingeatmete Sauerstoff barrierefrei , bis in die letzen Winkel des Körpers fließen kann.

Verbindung – oder wie eine Beziehung entsteht

Im Biomotorischen Training wird der Mensch eine neue Führungsrolle übernehmen, die dem „Leitstuten-Prinzip“ abgeschaut ist, um im Umgang mit dem Pferd vor allem auf das Miteinander zu schauen. Denn nur die eigene Sinneswahrnehmung des Körpers kann die Organtätigkeit regulieren und an Bewegungen anpassen, und lässt eine Muskulatur entstehen, die auf der Grundlage der Organbewegung aufbaut wird und in einer Art Wechselwirkung den Körper bestärkt und unterstützt.

Die Muskelspiele des Biomotorischen Trainings als Alternative

Die einfache Alternative zum Auswendiglernen von Bewegungen sind deshalb die biomotorischen Übungen des Biomotorische Trainings, mit denen das Pferd alles bekommt, was es zu seiner körperlichen Weiterentwicklung braucht. Die Knochen des Pferdes in ihrem biologischen muskuloskeletalen Bauplan sind ja von Haus aus so angeordnet, dass es zum Bewegen nur einer minimalen Anstrengung bedarf – bei einem Maximum an Gleichgewicht. Die Störungen, die aus einer Beeinflussung der Umwelt oder des Menschen entstanden sind, werden durch die biomotorischen Übungen, die eine innere Harmonisierung des Körpers durch die Nervennetze bewirken, aufgelöst. Es geht darum, jede Zelle im Körper– auch die der Organe – neu zu beleben.

Die Biomotorik geht davon aus, dass Pferde sich aus sich heraus bewegen wollen

Damit für das Pferd ein Gefühl von Leichtigkeit und Bewegungslust zurückkehrt, müssen die Ausrichtung des Kopfes und sein Gleichgewicht dynamisch und neurologisch veränderbar und nicht biomechanisch fixiert sein. So kann sich das Pferd aus seinen Gewohnheitsmustern lösen und zu einer anstrengungslosen, aufrechten Haltung finden, die für das individuelle Pferd sein größtmöglichstes Bewegungspotenzial und die größtmögliche Bewegungsenergie beinhaltet.

Über  Eigenwahrnehmung dem Pferd den Rücken stärken

Für jeden Menschen sollte deshalb die biologische „Bewegungsfreiheit“  der Wirbelkette des Pferdes an erster Stelle stehen. Befreit von der Genickbelastung, der Untätigkeit des Beckens und der großen Gelenke, der Absenkung der Brustwirbel, von Schulterverschiebung, steifen Beingelenken und vielen weiteren Beeinträchtigungen des Skelettsystems, können die Ursachen, die eine biologisch richtige Bewegung verhindern, überwunden werden. Die Primitivreflexe, die Fohlenspiele, Koordinationsspiele und die Sensopathie machen es Ihnen einfach, über das Muskelspiel des Körpers die Bewegungsmöglichkeiten zu erweitern und so an die Ursache von bewegungstechnischen Problemen des Pferdes zu kommen.

Das Biomotorisches Training des Pferdes

Beginn mit dem Beckenöffnen – Streckung und Öffnen der gesamten Wirbelkette durch

  • Unterstützung der muskuloskeletalen Beckenfunktion durch den Primitivreflex
  • Förderung des Gleichgewichts zwischen Kreuzbein und Kopf
  • Öffnen für Informationsflüsse
  • Ausgleichen der „Oberlinie“

Die Kopfbalance

  • Ausrichtung des Kopfes durch die Genickbalance (zuerst Genickentlastung)
  • Ausgleich von Kiefergelenk und Zungenbein, Halswirbel, und Nackenmuskeln durch den Primitivreflex
  • Eigene Regulierung der Schilddrüse

Rippen und Atmung

  • Der Schwerpunkt liegt bei der Regulation der Atmung und der weichen Funktion des Rumpfes und der Rippen und der Wirbelkettenbewegung
  • Öffnung des Rippenkorbes damit die Lungenflügel sich ausbreiten können
  • Ausrichtung der „Unterlinie“

Die großen Gelenke

  • der Schwerpunkt liegt auf der funktionellen, muskuloskeletalen Schulterbewegung und der muskuloskeletalen funktionellen Hüftbewegung
  • die Krümmungen der Wirbelkette werden vergrößert

Die Biomotorik ist die einzige Beziehungsform mit dem Pferd, in der das Pferd frei und verbunden zugleich sein kann

Um die Biomotorik zu verstehen und das Pferd mit seinem Körper begleiten zu können, ist es wichtig die Biomotorik mit dem eigenen Körper zu verstehen. Die Seminare beginnen deshalb mit im ersten Schritt – mit ihrem Körper. Im  Biomotorischen Trainingsseminar ist das vorrangige Thema, wie der Teilnehmer selbst aus seinem einschränkenden biomechanischen Bewertungssystem herauskommt, und entdeckt, wie er einen „menschlichen“ Umgang mit dem Pferd haben kann. Ein Mensch, der in seinen gewohnheitsmäßigen Halteseilen und „muskulären Zwangsjacken“ gefangen ist, handelt  ja logischerweise in „seiner“ Mechanik und verliert dadurch immer mehr den Bezug zu sich und zum Pferd.

Entscheidend ist, dass das Pferd seine Bewegungserfahrungen selbst machen darf – nicht alleine, sondern selbst. Dafür braucht das Pferd Sie und die Begleitung ihrer Hand
Konkrete Handlungsanweisungen zwingen den Menschen in eine Handlung. Aber sie verallgemeinern und verunsichern oft mehr als dass sie helfen, denn Pferde sind individuelle Persönlichkeiten. Aber leider ist die Tendenz des Menschen dabei auch sehr groß, sich auch an die Baustellen des Pferdes anzupassen – gewissermaßen sich um das Pferd herum zu organisieren. Gerade weil der Körper des Menschen aber so gut dazu in der Lage ist, sich anzupassen, führen diese Wege in eine Sackgasse. Die „Baustellen“ bleiben weiterhin bestehen und das Pferd wird in seiner Bewegungsentwicklung ausgebremst.

Keine Handlungen nach „Rezept“

Die Gewohnheitsmuster die daraus entstehen, berauben den Menschen den freien Spielraum ihres Körpers, und schränken die intuitiven Handlungen am Pferd sensationell ein, bestärken aber auch im Mensch die bestehenden Spannungen in ihrem Körper, und lassen „leere“, sauerstoffarme Regionen entstehen, die das Pferd nicht „versteht“. Das Pferd bleibt mit seinen körperlichen Baustellen allein gelassen, seine Signale an den Menschen bleiben weiterhin ungehört, denn der Mensch ist ja so konzentriert darauf, seine Handlungen richtig durchzuführen (die richtigen Hilfen zu geben, richtig zu sitzen, sich durchzusetzen etc.) Damit „belästigt“  er das Pferd, das einsam mit seinen Baustellen kämpft, zusätzlich noch mit seinen körperlichen Einschränkungen, die er aus dem Alltag mitbringt.

Passen Sie sich nicht den Baustellen ihres Pferdes an – Sie unterstützen ihr Pferd am besten, wenn sie „bei sich“ bleiben

In den Seminaren werde wir sehr häufig gefragt: „Was genau für eine Unterstützung braucht mein Pferd?“ Die Frage „Was soll ich tun?“ dagegen beantwortet sich wesentlich leichter, denn durch die Aktion ihrer Hand nach dem „Leitstutenprinzip“, fordert das Pferd regelrecht „seinen Bedarf“ ein. Sie beobachten das Pferd in der aktuellen Situation und lassen ihren Körper reagieren. Damit suchen sie gemeinsam nach Lösungen – das bedeutet für Sie, dass Sie nie etwas wirklich falsch machen können – was äußerst entlastend und beruhigend sein kann.

Sie konnten zusammen nicht kommen…
aber warum eigentlich nicht? Ihre unabhängige Hand als Bindeglied zwischen Mensch und Pferd

Die Frage ist also nicht, wie schnell  ihre Hand reagieren kann, sondern wie unabhängig ihre Hand agieren kann. Die unabhängige, unemotionale Hand bekommt eine ganz besondere Wichtigkeit(eine perfekte Vorbereitung zum Reiten) Die Aufgabe dieses Seminars ist es, die Haltegurte ihres Körpers – oder zumindest einen Teil –  zu lösen, damit die geniale Einrichtung der Natur, dem Körper – ob er geht, läuft, sitzt oder reitet -die vorteilhafteste und bequemste Position zu geben, damit jede Bewegung wieder leicht möglich wird.

Das in das Biomotorische Trainingsseminar eingegliederte Körpertraining für den Menschen, zeigt Ihnen schlicht und einfach, wie sich Bewegung über den ganzen Körper verteilt und Sie sich damit perfekt für Ihr Pferd vorbereiten. Mit der Mühelosigkeit, mit der dann ihr Kopf auf dem Hals sitzt und die Schultern über dem aufgerichteten Brustkorb angeordnet sind, wird ihre Hand zum ausdrucksstarken Bindeglied zu ihrem Pferd. Zugleich findet der Teilnehmer aber vielfältige, ganz einfache, praktische Anwendungsmöglichen seiner Hand, auch für den Alltag.

Sie kommen zu einem mühelosen, gelassenen Zusammenspiel und zugleich zu einer vollständigen Handlungsbereitschaft ihres Körpers. Damit  werden Sie für das Pferd zum unabhängigen „Infomationssystem“ das es in seiner Sinnes- und Eigenwahrnehmung nicht mehr behindert.

Auch die Sinneswahrnehmungen lassen sich trainieren

Elastisch federnde Bewegungen sind nicht nur der Ausdruck einen jungen, gesunden Pferdes, die elastische Speicherung und innere Federung von Bewegungsenergie ist eine Voraussetzung für befreites Laufen,  und auch für die Ausübung schneller Sportarten. Die Bewegungsendwicklung ihres Pferdes ist aber nicht durch ein Seminar abgeschlossen, sondern wird über viele Jahre jeden Tag gemeinsam gelebt und gefestigt. Aus diesem Grund brauchen Sie ihr eigenes Pferd nicht mitbringen.

Im Bewegungsseminar finden sie erst einfach mal nur Lösungen. Bei Ihnen zu Hause dann, werden viele dieser Lösungen „funktionieren“, aber manche eben auch nicht. Aber – Sie selbst machen mit ihrem Pferd ganz viele spannende Erfahrungen, und probieren sie in ihrer sehr persönlichen Beziehung aus, entwickeln sich dabei mit Ihrem Pferd gemeinsam weiter und wachsen bei der Bewegungsentwicklung ihres Pferdes – ob sie reiten, oder nur spazieren gehen, auch immer ein gutes Stück mit.

Im Endeffekt schließt deshalb der Blickwinkel der Biomotorik – die Biomechanik und das Reithandwerk nicht nur mit ein, sondern geht weit über sie hinaus.

Biomotorische Werte, die den Teilnehmer im Seminar begleiten

  • Im Seminar werden Sie darauf geschult, zu achten, was wie durch den Einsatz der Hände beim Pferd ankommt ,bzw. was bei Ihnen ankommt – damit sie dem Pferd genau das geben können, was es von ihnen Unterstützung braucht – das ist das „Leitstutenprinzip“
  • Widerstand, Festigkeit und Spannung sind immer Signale des Pferdes an uns und müssen dementsprechend auch immer ernst genommen werden.
  • Je weniger sie sich anstrengen und etwas „wollen“ und je entspannter sie sind – Entspannung heißt in dem Fall Konzentration auf sich selbst- umso sensibler sind sie und umso besser können sie ihrem Pferd ihre „Absichten“ vermitteln.
  • Nie Muskelkraft einsetzen – was für sie anstrengend ist, ist es auch für das Pferd. Um Veränderungen im Gewebe und im Organismus herbeizuführen ist es immer von Vorteil, die Eigenwahrnehmung des Pferdes für sich arbeiten zu lassen.( Die Bedingungen dafür werden bei Ihnen im Körperseminar ausgiebig geübt)
  • Geschwindigkeit ist der Sensibilität abträglich. Arbeiten sie anfangs in einem Zeitlupentempo, indem sich das Pferd „öffnen“ kann. Auch Pferde entdecken die Langsamkeit auf die Konzentration auf sich selbst und ihre Bewegungen
  • Die zeitlupenhaften Bewegungen verstärken die Wirkung der Eigenwahrnehmung des Pferdes und können die Bewegungen frei entwickeln. Selbst kleine, selbst wahr genommene Bewegungen sind dabei von Nutzen – das macht die Sensopathie so besonders
  • Das Pferd ist immer aktiv am Geschehen und an seinen Bewegungen beteiligt – und weil die biomotorischen Bewegungen über das Nervensystem geleitet werden, erhöhen und verfeinern sie auch die Propriozeption in den Gelenken.
  • Schmerz ist immer eine Empfindung des Pferdes, die zum Nachdenken – oder zum langsamer vorgehen – auffordert.
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